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Nicht ganz allein

Nach einigen Tagen hatte sich Ethan in der geradezu paradiesisch anmutenden Hügellandschaft des Mondes wunderbar eingelebt. Das Wetter war beständig, die Temperatur angenehm und die Luft war nicht nur sauber, sondern verbreitete einen betörenden, ja berauschenden Blütenduft, sodass Ethan die meiste Zeit seinen Helm nicht mehr aufsetzte. Zuerst schien es auf diesem Mond nur Insekten zu geben und bis auf einen Bienenschwarm in dem Tal, wo er seinen Brunnen gebohrt hatte, hatte ihn auch noch kein Lebewesen angegriffen oder bedroht. Die Bienen griffen Ethan aber auch erst an, nachdem er sich an ihrem Stock zu schaffen machte, um an den intensiv süß duftenden Honig zu gelangen.

Auch mit manchen Pflanzen war nicht zu spaßen; die Stacheln einer Art Kaktus durchdrangen mühelos seinen Raumanzug und führten zu leichten Vergiftungserscheinungen, die er aber durch viel Trinken wieder lindern konnte. Nach einer durchfieberten Nacht im Schlafsack erholte Ethan sich aber rasch wieder.

Als sowohl bezaubernd als auch eventuelle Nahrungsergänzung erschienen Ethan eine Art blauer Hirsche, die nicht allzu angriffslustig waren. Wenn er den Hirschen mit dem gewaltigem Geweih allerdings zu nahe kam, bäumten diese sich erst mit einer Drohgebärde auf und griffen ihn dann doch an. Dank seines Jetpacks konnte er solchen vorher lange angedrohten Angriffen aber leicht ausweichen. Jagen oder erlegen konnte er diese Tiere aber mangels Waffe bislang noch nicht - sein Multiwerkzeug war als Waffe kaum zu gebrauchen.

Etwas weiter von seiner Heimstatt traf Ethan schließlich auf eine sehr angriffslustige Spezies, die wie eine Kreuzung aus Panzernashorn und Gorilla aussahen- Ethan nannte sie deshalb „Godillas“. Diese warfen auch Steine über weite Distanzen und beschädigten dabei sein Jetpack, worauf Ethan abstürzte und diesen Ungeheuern gerade noch leicht verletzt entkam.

Der Heimweg wurde sehr beschwerlich, weil er einerseits nicht daran gedacht hatte, ein Signalfeuer für seine kleine Basis zu installieren, nun herum irrte und ihm andererseits die Batterien für Jetpack und Raumanzug ausgingen. Dann verschlechterte sich auch noch das Wetter und bei einem sehr kalten Regen und ohne Anzugsheizung blieb ihm nur noch, sich im Schlafsack zu verkriechen und auf besseres Wetter zu warten. Fluchend und wütend über seine Nachlässigkeit setzte er den ohne Jetpack immer noch langen Weg bei fast völliger Dunkelheit über die hügelige Landschaft stolpernd zu seiner Basis fort. Einige spitze Dornen beschädigten auch noch seinen ohnehin schon ramponierten Anzug und fügten ihm Stichwunden zu. Er würde sich nun nicht wieder so weit hinaus wagen, bis er Ausrüstung und Basis erheblich verbessert hätte.

stories/tau_ceti/notalone.txt · Zuletzt geändert: 2018/09/21 16:45 (Externe Bearbeitung)