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stories:tau_ceti:fabienne2

Fabienne mon amour

Als Ethan aus einem bleiern tiefem Schlaf erwachte, war es in Delgardo's alter Unterkunft stockfinster. Delgardo hatte jdie gesamte Einrichtung mitgenommen, wozu auch ein Stromgenerator und die gesamte Innenbeleuchtung gehörten. Außer Ethan in seinem Schlafsack war hier nichts - bis auf - Himmel! Ethan war nicht mehr allein in diesem Schlafsack. Er hatte bereits verblassende Erinnerungen an einen Traum - in dem er mit seiner inzwischen geschiedenen Frau auf der Erde Sex hatte. Jetzt lag er hier in einer besonders lebensfeindlichen Ecke dieses anscheinend unbewohnten Planeten in einem finsterem Raum im Schlafsack während sich ein Wesen - wie in besseren Zeiten seine Frau - warm, weich und doch muskulös-geschmeidig an ihn presste.

Eine in ihm aufsteigende Panik wurde durch die große Kraft dieses so lange vermissten Gefühls verdrängt - wahrscheinlich war dies ja auch nur ein luzider Traum und warum sollte er diesen jetzt nicht genießen. Er musste wieder an diese Biologin Fabienne denken, die für Ethan noch die einzige Frau auf diesem Planeten war, die er zwar noch nie sah und gab sich dem Gedanken hin, Fabienne könnte nun gemeinsam mit ihm in diesem Schlafsack sein. Das andere Wesen bekräftigte ihn in seinen Gedanken noch, da es seine zu neuem Leben erweckte Männlichkeit regelrecht in sich aufzusaugen schien und Ethan in wellenförmigen, kraftvollen Bewegungen ihrer Hüfte endgültig in sexuelle Extase versetzte und das Gefühl durch kraftvolles Umschlingen seines Unterkörpers mit ihren Beinen weiter steigerte. Ihre Arme legten sich um seinen Hals und ihre Zunge drang in seinen Mund ein und umkoste die seine. So verwunderte es ihn auch nicht weiter, das sie mit einem ihrer Finger in seinen Anus eindrang und dort die Prostata stimulierte, was den letzten Rest seines ohnehin schon stark getrübten Verstands auslöschte.

Aber irgendwie stimmte so einiges an dieser ganzen Situation nicht - was Ethan wegen inzwischen jahrelanger sexueller Abstinenz einfach nicht gewahr wurde- auch nicht als ihre Beine sich komplett um seine Schenkel zu wickeln schienen und der „Finger“ und die „Zunge“ in seinen Körperöffnungen immer tiefer ihre Entdeckungsreise in das innere seines Körpers fortsetzten. Als er schließlich ejakulierte und der zu lang aufgestaute sexuelle Druck allmählich nachließ, war es aber bereits zu spät. Die Panik, die nun die Überhand gewann, half Ethan nicht, sich von jenem Wesen zu lösen, dessen Tentakeln ihn inzwischen komplett fixiert hatten, um mit seinem Körper zu veranstalten, was auch immer das Ziel sein sollte.

Schließlich umgab Ethan nur noch wieder die Schwärze der Umgebung und eines Koma-ähnlichen Schlafs, der vielleicht niemals enden sollte.

Doch am nächsten (oder einem späteren) Morgen wachte Ethan aber gut erholt und ausgeruht auf und stufte das ungewöhnliche Ereignis dieser Nacht als einen schönen, feuchten Traum mit gruseligem Ende ein. Ejakuliert hatte er wohl doch so heftig, wie man das bei einigen Jahren vermissten oder verdrängten Sex erwarten durfte - diesen Schlafsack konnte er wohl nur noch entsorgen - da sich darin allerlei undefinierbare Körperflüssigkeiten befanden - auch ein seltsamer grünlicher Schleim, der verschiedenste Teile seines Körpers bedeckte. Leider gab es in dieser Permafrost- Wüste kein flüssiges Wasser, denn er hatte nun nach fast einem Jahr das dringende Bedürfnis nach etwas Körperpflege, um vor allem diesen klebrigen Schleim wieder los zu werden.

Was auch immer in dieser Nacht wirklich passiert war - er assoziierte es gefühlsmäßig mit der ihm gänzlich unbekannten Fabienne - mit der er nun meinte, einmal den besten Sex seines Lebens haben zu können. Ethan hatte sich verliebt - wahrscheinlich in ein Phantom - was ihn nicht davon abhalten würden, diesen Planeten auf den Kopf zu stellen, bis er Fabienne finden würde.

Das Tentakelwesen - das vielleicht realer als die möglicherweise junge und hübsche Biologin war, verdrängte er schnell wieder - Menschen bevorzugen angenehme Erinnerungen und besonders für Ethan waren Träume immer attraktiver als die Härten seiner Realität - was es wohl so schwer machte, sich in menschliche Gesellschaften zu integrieren.

stories/tau_ceti/fabienne2.txt · Zuletzt geändert: 2018/09/21 16:45 (Externe Bearbeitung)