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hardware:themen

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hardware:themen [2014/11/08 17:29]
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hardware:themen [2018/09/21 16:45] (aktuell)
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 Der Schwerpunkt dieses Erfahrungsbericht soll aber nicht bei der gelieferten Hard & Software liegen- dazu gibt es an anderer Stelle schon genug - sondern wie man selbst "​andere"​ Betriebssysteme auf diesem Notebook einrichten kann und mit welchen Linux - Distributionen dieses mit vorinstalliertem Linpus Linux ausgelieferte System wie gut zurecht kommt. Der Schwerpunkt dieses Erfahrungsbericht soll aber nicht bei der gelieferten Hard & Software liegen- dazu gibt es an anderer Stelle schon genug - sondern wie man selbst "​andere"​ Betriebssysteme auf diesem Notebook einrichten kann und mit welchen Linux - Distributionen dieses mit vorinstalliertem Linpus Linux ausgelieferte System wie gut zurecht kommt.
-Der Schock kommt nach dem Einschalten+ 
 +===== Der "Schock" ​kommt nach dem Einschalten ​===== 
  
 Als "​Bastler"​ besuche ich beim ersten Einschalten natürlich erst mal mit F2 das Bios um zu sehen, ob da auch alles eingebaut wurde, was auf Schachtel und diversen Aufklebern am Gerät steht. Dabei fällt auf, daß das Notebook auch bereits EFI unterstützt,​ was aber nicht verwundert, weil davon auch Varianten mit vorinstalliertem Windows 8 zu haben sind. Leider wird ein Bastler bzw. Hobby-Systemintegrator sich an zu wenigen Einstellmöglichkeiten stören- so läßt sich etwa noch nicht einmal einstellen, wieviel RAM man für die Intel HD- Grafik opfern will und man kann nicht benötigte Schnittstellen nicht abschalten - von irgendwelchen Takt- Einstellungen für "​Overclocker"​ mal ganz zu schweigen. Als "​Bastler"​ besuche ich beim ersten Einschalten natürlich erst mal mit F2 das Bios um zu sehen, ob da auch alles eingebaut wurde, was auf Schachtel und diversen Aufklebern am Gerät steht. Dabei fällt auf, daß das Notebook auch bereits EFI unterstützt,​ was aber nicht verwundert, weil davon auch Varianten mit vorinstalliertem Windows 8 zu haben sind. Leider wird ein Bastler bzw. Hobby-Systemintegrator sich an zu wenigen Einstellmöglichkeiten stören- so läßt sich etwa noch nicht einmal einstellen, wieviel RAM man für die Intel HD- Grafik opfern will und man kann nicht benötigte Schnittstellen nicht abschalten - von irgendwelchen Takt- Einstellungen für "​Overclocker"​ mal ganz zu schweigen.
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 Dieser Weg ist nur etwas für erfahrene Linux "​Kernel-Hacker"​ die dann vielleicht auch ein Linux wie Gentoo bevorzugen, kann aber glückicherweise beim Aspire E1-531 vermieden werden, weil einige aktuelle Linux Distributionen die verbaute Hardware weitestgehend unterstützen. Dieser Weg ist nur etwas für erfahrene Linux "​Kernel-Hacker"​ die dann vielleicht auch ein Linux wie Gentoo bevorzugen, kann aber glückicherweise beim Aspire E1-531 vermieden werden, weil einige aktuelle Linux Distributionen die verbaute Hardware weitestgehend unterstützen.
-Linux Distributionen für den Aspire E1-531+ 
 +===== Linux Distributionen für den Aspire E1-531 ​=====
  
 Mit der vorinstalliertem Linpus Basisversion ein System aufzubauen, welches alle Möglichkeiten dieses modernen Notebooks erschließt kostet selbst geübte Linux Administratoren sicher einige Tage Arbeit. Für einen Linux-Einsteiger kann es wohl Wochen dauern, bis er sich in einschlägigen Foren durchgefragt und sich die richtigen Pakete beschafft und installiert hat. Deshalb ist das vorinstallierte Linpus wohl eher eine Verlegenheitsgeste von Acer, um sich selbst die Systemintegration einer brauchbaren Linux- Arbeitsumgebung zu ersparen. Glücklicherweise sind die Komponenten,​ die Acer bei diesem Notebook verbaut hat, aber nicht so exotisch, dass die populären Linux Distributionen sie nicht unterstützen würden. Mit der vorinstalliertem Linpus Basisversion ein System aufzubauen, welches alle Möglichkeiten dieses modernen Notebooks erschließt kostet selbst geübte Linux Administratoren sicher einige Tage Arbeit. Für einen Linux-Einsteiger kann es wohl Wochen dauern, bis er sich in einschlägigen Foren durchgefragt und sich die richtigen Pakete beschafft und installiert hat. Deshalb ist das vorinstallierte Linpus wohl eher eine Verlegenheitsgeste von Acer, um sich selbst die Systemintegration einer brauchbaren Linux- Arbeitsumgebung zu ersparen. Glücklicherweise sind die Komponenten,​ die Acer bei diesem Notebook verbaut hat, aber nicht so exotisch, dass die populären Linux Distributionen sie nicht unterstützen würden.
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 Um es vorweg zu nehmen: Beim Aspire E1-531 funktioniert wohl bei keiner Linux- Distribution die Einstellung der Bildschirm- Helligkeit, während alle anderen Ausstattungsmerkmale des Geräts mit den aktuellen Releases populärer Distributionen (Ubuntu 13.04 und Fedora 18) einwandfrei funktionieren. Da Ubuntu und Fedora/Red Hat die Basis für viele andere Distributionen wie Linux-Mint, SuSE, Linpus, Bodhi und Mageia bilden, dürften die Probleme mit den meisten Linux- Distributionen für das Aspire E1-531 eher gering sein. Um es vorweg zu nehmen: Beim Aspire E1-531 funktioniert wohl bei keiner Linux- Distribution die Einstellung der Bildschirm- Helligkeit, während alle anderen Ausstattungsmerkmale des Geräts mit den aktuellen Releases populärer Distributionen (Ubuntu 13.04 und Fedora 18) einwandfrei funktionieren. Da Ubuntu und Fedora/Red Hat die Basis für viele andere Distributionen wie Linux-Mint, SuSE, Linpus, Bodhi und Mageia bilden, dürften die Probleme mit den meisten Linux- Distributionen für das Aspire E1-531 eher gering sein.
-Installation von Debian 7.0 (Wheezy)+ 
 +===== Installation von Debian 7.0 (Wheezy) ​=====
  
 Debian, das letztlich auch die Grundlage für Ubuntu ist, läßt sich leider nicht ganz so problemlos wie Ubuntu auf dem Aspire E1-531 installieren. Schuld daran ist, dass Debian nur "​freie",​ also im C-Quellcode veröffentlichte Treiber mit der Distribution ausbreitet, sich also weigert, "​Firmware"​ von Herstellern auszubreiten,​ die von den Herstellern nicht im Quellcode ausgeliefert wird. Davon betroffen ist der Treiber für den BCM4313 WLAN- Adapter. ​ Debian, das letztlich auch die Grundlage für Ubuntu ist, läßt sich leider nicht ganz so problemlos wie Ubuntu auf dem Aspire E1-531 installieren. Schuld daran ist, dass Debian nur "​freie",​ also im C-Quellcode veröffentlichte Treiber mit der Distribution ausbreitet, sich also weigert, "​Firmware"​ von Herstellern auszubreiten,​ die von den Herstellern nicht im Quellcode ausgeliefert wird. Davon betroffen ist der Treiber für den BCM4313 WLAN- Adapter. ​
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 Wer sich damit nicht auskennt, sollte besser gleich brcmsmac verwenden, wie das geht, ist hier gut beschrieben. Nach einer Standard- Installation von Wheezy und Nachinstallation des WLAN-Treibers gibt es mit Debian aber immer noch kleinere Probleme: Wer sich damit nicht auskennt, sollte besser gleich brcmsmac verwenden, wie das geht, ist hier gut beschrieben. Nach einer Standard- Installation von Wheezy und Nachinstallation des WLAN-Treibers gibt es mit Debian aber immer noch kleinere Probleme:
  
-    die Tasten zur Einstellung der Bildschirm-Helligkeit haben keine Wirkung (wie bei allen Linux Distris) +    ​die Tasten zur Einstellung der Bildschirm-Helligkeit haben keine Wirkung (wie bei allen Linux Distris) 
-    die Lautstärke-Regelung ist mit den dafür vorgesehenen Tasten auch nicht immer zuverlässig +    ​die Lautstärke-Regelung ist mit den dafür vorgesehenen Tasten auch nicht immer zuverlässig 
-    die Ein/​Ausschaltung des WLAN-Adapter mit FN-F3 ist unwirksam +    ​die Ein/​Ausschaltung des WLAN-Adapter mit FN-F3 ist unwirksam 
-    die WLAN Verbindung bricht gelegentlich weg- vermutlich weil gelegentlich irgendwie der Sender abgeschaltet wird+    ​die WLAN Verbindung bricht gelegentlich weg- vermutlich weil gelegentlich irgendwie der Sender abgeschaltet wird
  
 Ich habe zur Installation allerdings einen  schlanken xfce- Desktop genutzt- die Tastenprobleme bestehen beim "​originalen"​ Gnome- Desktop möglicherweise nicht. Ich habe zur Installation allerdings einen  schlanken xfce- Desktop genutzt- die Tastenprobleme bestehen beim "​originalen"​ Gnome- Desktop möglicherweise nicht.
-Ubuntu auf dem Aspire E1-531+ 
 +===== Ubuntu auf dem Aspire E1-531 ​===== 
  
 Nach den Problemen mit der Debian-Installation - vor allem die Nichtsteuerbarkeit des WLAN-Einschaltung - beschloß ich, auf einer weiteren Partition noch Ubuntu 13.04 (Raring Ringtail) zu installieren. Die 64-Bit Live-CD der Distribution startete ohne Probleme und auch die WLAN-Verbindung klappte auf Anhieb und mit FN-F3 konnte man den WLAN-Adapter auch ein- und ausschalten - nur die WLAN LED leuchtete nie auf. Bis auf die Tasten zur Steuerung der Bildschirmhelligkeit funktionierte auch alles andere auf Anhieb. Nur der Ubuntu- Desktop an sich gefiel mir gar nicht. Die ständige, extrem nervige Belästigung mit "​Shopping - Angeboten"​ ist unerträglicher als bei seriösen Suchmaschinen und wird allenfalls noch von den zwielichtigsten Porno- und Warez- Seiten übertroffen. Dafür fand ich in der Programmliste der Vorinstallationen kaum ein Programm, das ich für irgend etwas sinnvolles hätte nutzen können. Nach den Problemen mit der Debian-Installation - vor allem die Nichtsteuerbarkeit des WLAN-Einschaltung - beschloß ich, auf einer weiteren Partition noch Ubuntu 13.04 (Raring Ringtail) zu installieren. Die 64-Bit Live-CD der Distribution startete ohne Probleme und auch die WLAN-Verbindung klappte auf Anhieb und mit FN-F3 konnte man den WLAN-Adapter auch ein- und ausschalten - nur die WLAN LED leuchtete nie auf. Bis auf die Tasten zur Steuerung der Bildschirmhelligkeit funktionierte auch alles andere auf Anhieb. Nur der Ubuntu- Desktop an sich gefiel mir gar nicht. Die ständige, extrem nervige Belästigung mit "​Shopping - Angeboten"​ ist unerträglicher als bei seriösen Suchmaschinen und wird allenfalls noch von den zwielichtigsten Porno- und Warez- Seiten übertroffen. Dafür fand ich in der Programmliste der Vorinstallationen kaum ein Programm, das ich für irgend etwas sinnvolles hätte nutzen können.
  
 Ich habe Ubuntu hauptsächlich deshalb installiert,​ weil es auf Debian, das ich gut kenne basiert, aber eben durch Vorinstallation von ein paar "​unfreien"​ Treibern und eine größere Aktualität gerade auf neueren Notebooks bequemer zu installieren ist. Einen Desktop, der mich mit einem noch übleren Kramladen als die oben kritisierten Windows- Notebooks belästigt, brauche ich aber wirklich nicht. Ich hätte nun vielleicht auf Xubuntu (Xfce Desktop), Lubuntu (Lxde Desktop) oder Kubuntu (KDE Desktop) ausweichen können, aber wenn ich schon zwei verschiedene Linux Distros auf dem Notebook haben will, ist es vielleicht ganz praktisch, ein Linux einer ganz anderen Entwicklungslinie zu nehmen, um neben Debian-Paketen (Deb- files) auch Red-Hat Pakete (Rpm- files) einfach verwenden zu können. Deshalb wollte ich es nun mit Fedora, der "​freien"​ Version des kommerziellen Red-Hat Linux versuchen. Ich habe Ubuntu hauptsächlich deshalb installiert,​ weil es auf Debian, das ich gut kenne basiert, aber eben durch Vorinstallation von ein paar "​unfreien"​ Treibern und eine größere Aktualität gerade auf neueren Notebooks bequemer zu installieren ist. Einen Desktop, der mich mit einem noch übleren Kramladen als die oben kritisierten Windows- Notebooks belästigt, brauche ich aber wirklich nicht. Ich hätte nun vielleicht auf Xubuntu (Xfce Desktop), Lubuntu (Lxde Desktop) oder Kubuntu (KDE Desktop) ausweichen können, aber wenn ich schon zwei verschiedene Linux Distros auf dem Notebook haben will, ist es vielleicht ganz praktisch, ein Linux einer ganz anderen Entwicklungslinie zu nehmen, um neben Debian-Paketen (Deb- files) auch Red-Hat Pakete (Rpm- files) einfach verwenden zu können. Deshalb wollte ich es nun mit Fedora, der "​freien"​ Version des kommerziellen Red-Hat Linux versuchen.
-[Update]+ 
 +===== [Update] ​=====
  
 Ich habe jetzt doch noch eine Ubuntu-Partition auf den Notebook- allerdings die Variante "​UbuntuGNOME 13.04"​. Diese Version stellt sich wie eine "ganz normale"​ Gnome 3.6 Distribution - wie das unten genannte Fedora 18 dar - ohne den "​Werbemüll"​ der Unity-Oberfläche. Mit Fedora und Ubuntu auf dem Notebook kann ich nun beide großen Software- Repositories nutzen bzw. nahezu jedes für Linux verfügare Paket per aptitude oder yum leicht installieren. Ich habe jetzt doch noch eine Ubuntu-Partition auf den Notebook- allerdings die Variante "​UbuntuGNOME 13.04"​. Diese Version stellt sich wie eine "ganz normale"​ Gnome 3.6 Distribution - wie das unten genannte Fedora 18 dar - ohne den "​Werbemüll"​ der Unity-Oberfläche. Mit Fedora und Ubuntu auf dem Notebook kann ich nun beide großen Software- Repositories nutzen bzw. nahezu jedes für Linux verfügare Paket per aptitude oder yum leicht installieren.
  
 Beide Betriebssystem teilen sich die Home-Partition,​ sodaß die 512 GB Platte des Notebooks mir Zugang zu all meinen Daten und Programmen ermöglicht. Beide Betriebssystem teilen sich die Home-Partition,​ sodaß die 512 GB Platte des Notebooks mir Zugang zu all meinen Daten und Programmen ermöglicht.
-The winner is : Fedora 18+ 
 +===== The winner is : Fedora 18 =====
  
 Meine ersten Linux-Erfahrungen machte ich mit SuSE und Slackware zu Beginn der 1990er. Da ich mit KDE, Yast und der RPM- Paketverwaltung nie glücklich wurde und mir diese Systeme einige graue Haare und eine endlose Fummelei gebracht haben, habe ich mich später - gerade auch im Serverbetrieb - eher an Debian verwandten Distributionen orientiert und die Red-Hat Linie etwas aus dem Auge verloren. Um so erfrischender fand ich nun Fedora 18 alias "​Spherical Cow". Auch hier startete bereits die Live-CD ohne Probleme und bis auf die Steuerung der Bildschirmhelligkeit funktionierte alles. Die Funktion zur automatisierten Übertragung der Live-CD auf Festplatte versagte allerdings mangels freier Partition, denn da waren ja noch Debian und Ubuntu. Ich entfernte dann unter Debian einfach die Ubuntu- Partition und konnte darauf Fedora ohne Probleme mit der Übertragungsfunktion auf die jetzt freie Partition installieren. Fedora richtete GRUB unter Beibehaltung der Debian- Starteinträge gleich richtig ein, sodaß ich seither beim Start die Wahl zwischen Debian und Fedora habe- genau so wie ich es haben wollte. Meine ersten Linux-Erfahrungen machte ich mit SuSE und Slackware zu Beginn der 1990er. Da ich mit KDE, Yast und der RPM- Paketverwaltung nie glücklich wurde und mir diese Systeme einige graue Haare und eine endlose Fummelei gebracht haben, habe ich mich später - gerade auch im Serverbetrieb - eher an Debian verwandten Distributionen orientiert und die Red-Hat Linie etwas aus dem Auge verloren. Um so erfrischender fand ich nun Fedora 18 alias "​Spherical Cow". Auch hier startete bereits die Live-CD ohne Probleme und bis auf die Steuerung der Bildschirmhelligkeit funktionierte alles. Die Funktion zur automatisierten Übertragung der Live-CD auf Festplatte versagte allerdings mangels freier Partition, denn da waren ja noch Debian und Ubuntu. Ich entfernte dann unter Debian einfach die Ubuntu- Partition und konnte darauf Fedora ohne Probleme mit der Übertragungsfunktion auf die jetzt freie Partition installieren. Fedora richtete GRUB unter Beibehaltung der Debian- Starteinträge gleich richtig ein, sodaß ich seither beim Start die Wahl zwischen Debian und Fedora habe- genau so wie ich es haben wollte.
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